Wirtschaftspartnerschaft EFG Turbinenbau-KBC und EcoHimal


Mit dem Kraftwerk Namche Bazar/Thame begann die Arbeit von EcoHimal in Nepal. Wir brachten 1991 Leben in das soeben fertiggestellte Kraftwerk, formten eine Betriebsmann­schaft, organisierten ihre Ausbildung, erstellten einen Tarif- und Businessplan, bereiteten die Inbetriebnahme vor und schulten die lokale Bevölkerung, leiteten also die Elektrifizierung der Sherpas in die Wege.

Wir haben das mit Karin Inmann als Projektleiterin, österreichischen Ingenieuren und Know how, einem ziemlich engagierten Vorstand und einem tüchtigen Team in Nepal unter der Regie von Phinjo Sherpa gut hinbekommen. Das 650 kW-Kraftwerk auf rd. 4000 Seehöhe wurde im Fünfjahresplan der Planning Commission in Nepal als Vorzeigeprojekt dargestellt und für unseren Einsatz zum Schutz der Umwelt erhielten wir als erste Organisation die Prince Albert Medal of Merit für „Sustainable Development in a Himalayan Community“.

Das Kraftwerk ging 1995 voll ans Netz und wird von der KBC, der Khumbu Bijuli Company, betrieben, einer Aktiengesellschaft bestehend aus den User Groups der drei Gemeinden Namche, Thame und Khunde/Khumjung. Strom hat das Leben verändert, nicht nur den Holzeinschlag reduziert, sondern das Wirtschaftsleben dynamisiert, den Alltag für die Einheimische erleichtert und den Komfort für Touristen erhöht. Erhöht hat sich damit auch der Bedarf an Strom. 2014 initiierte EcoHimal ein Projekt der Wirtschaftspartnerschaft zwischen der Kärntner Turbinen- und Kraftwerksanlagenbaugesellschaft EFG und der KBC, finanziell gefördert durch die ADA. Zielsetzung des Projektes waren der Ausbau des Kraft­werks auf die Kapazität von einem Megawatt durch eine dritte Turbine, die Einschulung der KBC Mitarbeiter auf die neue Steuerungs- und Sicherheitstechnik, die Prüfung von neuen Einkommensquellen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region, die Vermittlung von Wissen über den effizienten Einsatz von elektrischer Energie in lokalen Betrieben, und die Abschätzung der Ausbaupotenziale für weitere Kraftwerke in der Region.

„Wir waren sechs Wochen hier oben in Thame und haben mit den Mitarbeitern der KBC die dritte Turbine installiert und mit den beiden bestehenden synchronisiert. Es war ein immenser Aufwand, aber auch eine wunderbare Zeit der partnerschaftlichen Zusammenar­beit“ schildert Ingenieur Matthias Vierter von der EFG seine Erfahrungen. Schon im Sommer 2017 waren drei KBC Mitarbeiter im Werk der EFG in Kärnten auf die neue Technik eingeschult worden. Sie werden weiterhin das Kraftwerk ohne Pannen betreiben, denn wenn in Kathmandu das Licht ausgeht – und das passiert oft – so brennen die Glühbirnen, in Zukunft immer mehr LED-Leuchten, im Khumbu noch lange! „Das Leben ist einfach ein anderes, kochen ohne den Feuerrauch, kaltes Bier für die Trekker im Kühlschrank, am Abend können wir sogar Fernschauen – ich möchte das alles nicht mehr missen.“ So beschreibt Maya Sherpa die Vorzüge, die in Thamo eine kleine Lodge führt und für ihre Momos weltberühmt ist, zumindest im Khumbu!

Weitere Kraftwerke im Khumbu-Korridor sind in Planung – in Lukla, in Phortse, in Monjo, die Distriktverwaltung hat dem Ausbau der Elektrizität höchste Priorität gegeben. Die österreichische Kraftwerkstechnologie passt bestens für die Region am Fuße des höchsten Berges der Welt, eine weitere Zusammenarbeit wäre höchst wünschenswert!


Installation der dritten Turbine


Öko Himal, die Gesellschaft für Alpen-Himalaya, ist seit mehr als 20 Jahren in der Himalaya-Region tätig und hat zahlreiche Projekte erfolgreich durchgeführt. Dazu zählt auch der Bau eines kleinen Wasserkraftwerkes in der Everest-Region Ende der 1990iger Jahre.

Dieses erfolgreiche Projekt wurde im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert und findet nun in der neuen Wirtschaftspartnerschaft mit der Firma EFG Turbinenbau als Know How Träger im Bereich der Wasserkraft eine Fortsetzung.

In der Everest Region liegen die Kosten für Gas und Kerosin für Kochöfen weit über den üblichen Preisen Nepals. Deshalb dient vor allem Biomasse, wie Holz und Viehdung, für die ärmeren Bevölkerungsgruppen als Hauptenergiequelle zum Kochen und Heizen. Doch dies führt zu verstärkter Abholzung, Bodenerosion und Bodendegradierung, sowie auch zu gesundheitlichen Problemen der lokalen Bevölkerung. Dabei sind vor allem Frauen und Kinder stark von der Rauchentwicklung betroffen.

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1999, steht das Wasserkraftwerk in der Everest Region im Dauerbetrieb. Das Thame-Kraftwerk ist seitdem die wichtigste Energiequelle für die lokale Bevölkerung in den Dörfern, die an das Stromnetz angeschlossen sind. Auch benachteiligte und einkommensschwache BewohnerInnen profitieren von der Wasserkraft: Über 400 Haushalte erhalten einen Sozialtarif, der ihnen den Zugang zur verlässlichen und effizienten Energie ermöglicht.

Die Wasserkraft trägt zudem erheblich zur Gewährleistung eines erfolgreichen und umweltschonenden Tourismus bei. Denn die Besucherzahlen des Sagarmatha (Everest) Nationalparks sind in den letzten Jahren stark gestiegen und so auch der Bedarf an Strom in den Unterkünften.

Das Thame-Kraftwerk wird erfolgreich von der lokalen Betreibergesellschaft, der Khumbu Bijuli Company (KBC), geführt. Das Team der KBC ist bestens ausgebildet und verfügt über viel Know-How. Allerdings, entspricht die Leistung des Kraftwerks in Thame nicht mehr dem Strombedarf in der Region. Denn der Bedarf bei lokalen Haushalten und BesucherInnen des Nationalparks ist stark gestiegen.

Daher ist es das Ziel der Wirtschaftspartnerschaft von der Firma EFG Turbinenbau und EcoHimal die Versorgung mit nachhaltiger Energie, sowie auch Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung zu gewährleisten.

 

Mit dem Bau und der Installation einer dritten Turbine wird die Versorgung mit erneuerbarer Energie sichergestellt und die Leistung des Kraftwerks erhöht. Zudem werden neue Arbeitsplätze geschaffen und Schulungen für das Personal der Khumbu Bijuli Company durchgeführt.

Alle Maßnahmen wurden im Zeitraum 2017-2019 realisiert. Das Kraftwerk verfügt nun über eine Leistung von einem Megawatt und trägt wesentlich zur umweltfreundlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Khumbu-Region bei.

 

Website: http://www.efg-turbinenbau.at/

Zum Videobeitrag:
Welterbe Mount Everest Nationalpark - Das Leben der Sherpas im Wandel


Kontakt


EcoHimal Austria Gesellschaft für Zusammenarbeit Alpen-Himalaya
Hofhaymer Allee 11/17
5020 Salzburg
E-Mail: office@ecohimal.org
T: +43 662 829492
ZVR Zahl: 886266575

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